Ein weitverbreiter Irrglaube ist das niedrige Vitamin D Werte (25D) Osteoporose "verursachen". Der zweite Irrglaube besteht darin, das aktive Vitamin D Metabolit 1,25D zu ignorieren, da es nicht aussagekräftig ist. Beides weit gefehlt.
25D kann nichts "verursachen", schon alleine deswegen, weil es nicht aktiv an Knochenstoffwechsel teilnimmt. Das aktive Hormon ist bekanntlich 1,25D (calcitriol) und nicht 25D. Die "Vitamin D Mangel" Hypothese besagt, sind die 25D Werte zu niedrig, kann möglicherweise nicht genügend 1,25D produziert werden. Gemessen wird das selten. Bei chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen werden jedoch
hohe Calcitriol Werte gemessen, nicht niedrige.
Und hohe 1,25D Werte können in der Tat Osteoporose verursachen.
Der Knochen ist ein biologisch aktives Material: es wird ständig ab und aufgebaut. Daran sind in wesentlich zwei Zelltypen beteiligt:
a) Osteoblasten: die Knochen "aufbauen"
b) Osteoklasten: die Knochen "abbauen"
Solange die Aktivität der beiden Zelltypen in Gleichgewicht hält, ist der Knochen gesund. Es gibt aber Substanzen, die dieses Gleichgewicht stören. Besonders interessant sind jene Substanzen, die das Gleichgewicht in Richtung von Osteoklasten verschieben. Die sind:
- IL6 (ein Zytokin, was in entzündlichen Prozessen erzeugt wird)
- TGF-beta: ist ebenfalls in Immunantworten beteiligt in bisher nicht ganz verstandene Art
- PTH:
- Calcitriol (1,25D)
Also siehe da, die aktive Form von Vitamin D, Calcitriol, führt in hohen Konzentrationen zu
Knochenabbau und damit, zu Osteoporose.
Bis auf PTH, sind die erwähnten biochemischen Substanzen in Immunreaktionen involviert. Also übermässige Immunaktivität und übermässige osteoklastische Tätigkeit (und damit langfristig Osteoporose) scheinen eng miteinander verknüpft zu sein. Vor allem in Falle von chronischen entzündliche Prozesse (wie bei Autoimmun-Erkrankungen) dürften die erwähnten Zytokinen vemehrt in Blut vorkommen. Zumindest bei Calcitriol ist dies bestätigt worden. Aus dieser Sicht entsteht also Osteoporose als Folge von überaktiven Immunsystem und nicht von einem "Mangel" an Vitamin D (25D)
Wer mehr Details wissen will, kann dies hier lesen:
"Birth and Death of Bone Cells: Basic Regulatory Mechanisms and Implications for the Pathogenesis and Treatment of Osteoporosis"http://edrv.endojournals.org/cgi/content/full/21/2/115Und nach einer neueste Norwegische Studie mit übergewichtigen, brachte die Vitamin D Supplementierung nach einem Jahr zwar eine Anhebung von den 25D Werte, es hatte aber keinerlei Auswirkung auf die Knochendichte
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2818614/Die gute Nachricht: es hatte zumindest keine negative Auswirkungen
Alex